Ein hohes Lied der Politik

Unsere Politiker sind Menschen, die müssen wir loben! Denen müssen wir danken. Unsere Politiker sind Menschen, die sehen was unserem Volk fehlt! Sie handeln dann und ändern die Randbedingungen, damit es unserem Land wieder besser geht.

In den 90ziger Jahren konnte man merken, dass es in unserem Lande nicht genug Ingenieure gab. Das hatten die Unternehmen bemerkt. Sie haben ihre Lobbyisten damit beauftragt, die Lage zu verbessern. Die Lobbyisten waren erfolgreich. Im Jahre 2000 verkündete der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, dass in Deutschland eine Greencard für ausländische Fachkräfte eingeführt werden sollte. Es gab allerdings eine Hürde. Um wirklich nur qualifizierte Fachkräfte anzuwerben, mussten diese mindestens 86.000,00 €/Jahr brutto verdienen. Das war natürlich eine recht hohe Hürde. Die wenigen Fachkräfte, die nach Deutschland kamen, das waren besonders solche, die schon in Deutschland waren, weil sie hier studiert hatten. Deutschland ist für Spitzenfachkräfte, also solche, die sich ihren Arbeitsplatz weltweit aussuchen können, nicht besonders attraktiv. In den letzten Jahren kamen laut FAZ vom 01.03.2010 :

Jahr

2007

2008

2009

Hochqualifizierte

466

473

689

Forscher

53

96

248

Diese Zahlen waren natürlich sehr niedrig. Deutschland ist ein Industriestaat. Wir haben circa 80.000.000 Einwohner. 248 ausländische Forscher, die in 2009 nach Deutschland kamen, das war ein Fliegenschiss! Die Industrie bat ihre Lobbyisten, sich für eine Verbesserung einzusetzen. Die Lobbyisten waren erfolgreich. Im Jahre 2008 wurde die anscheinend größte Hürde, das Mindesteinkommen auf 64.000,00 €/Jahr brutto gesenkt.

Doch die Zahlen der ausländischen hoch qualifizierten Arbeitskräfte, die aus nicht EU–Ländern nach Deutschland kamen, hat sich wohl nicht besonders erhöht. Heute, den 07.12.2011, hat sich in den ZDF Nachrichten unser Wirtschaftsminister Dr. med. Philipp Rösler für eine Verbesserung der Situation feiern lassen. Er möchte eine „Blue Card“ einführen und die Einkommenshürde auf 44.000,00 €/Jahr brutto senken. Bei einem Einkommen von 48.000,00 €/Jahr brutto gilt eine unbegrenzte Niederlassungsfreiheit. Um die Sache noch weiter zu verbessern, möchte er für die am meisten gesuchte Gruppe der MINT-Fachkräfte die Hürde auf 33.000,00 €/Jahr brutto senken. Das bedeutet, es werden hochqualifizierte Akademiker gesucht, die für 2.750,00 €/Monat brutto arbeiten. Es scheint mir, dass es sich bei der Gruppe der MINT-Fachkräfte um Fachkräfte der Bereiche minderbemittelt, ignorant, nichtwissend und trottelig handeln muss. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass mit den MINT-Fachkräften die Fachkräfte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gemeint sein können. So sehr können auch zwei Ärzte (von der Leyen und Rösler) nicht an der Realität vorbei denken.

Warum gibt es in Deutschland eigentlich so wenige Naturwissenschaftler? Ein naturwissenschaftliches Studium ist schwierig und sehr langwierig. Ich glaube, junge Menschen haben in den 90zigern begriffen, dass ein Naturwissenschaftler weniger verdient als ein Ochsenfrosch in einer Bank. Das lenkt natürlich Entscheidungen. Die Politik hat danach die finanzielle Situation für Naturwissenschaftler, durch die Einkommensgrenzen für ausländische Fachkräfte, immer weiter verschlechtert.

Um Ärzte aufs Land zu locken, verspricht man ihnen höhere Einkommen. Um mehr Naturwissenschaftler zu bekommen, senkt man die Einkommenserwartung, auch für unseren eigenen Nachwuchs damit auf 2.750,00 €/Monat brutto. Damit bekommt man möglicherweise einige Einwanderer aus China, Indien oder Russland. Junge Menschen in Deutschland werden diese Fächer aber immer weniger studieren!

Liebe Politiker. Unterschätzt euer Handeln nicht! Denkt bitte über eine Wahlperioden hinaus!

Um zu sehen, wie miserabel die Grundlagen für eine einheitliche Währung gemacht waren, haben wir 10 Jahr benötigt.

Um die Folgen des schlecht gemachten Ausstiegs aus der Kernenergie zu erkennen, werden wir auch 10 Jahre benötigen.

Die Folgen einer schlechten Ausbildung und miserablen Nachwuchsförderung werden wir auch frühestens nach 10 Jahren bemerken. Das zu korrigieren wird aber schwieriger als der Euro oder die Energiefrage!

Dabei ist eine einheitliche Währung schön. Der Atomausstieg wichtig und ein gutes Ausbildungssystem für eine Gesellschaft überlebensnotwendig!

Die Politik schafft die Rahmenbedingungen. Die Wirtschaft und auch die Menschen handeln nach diesen Rahmenbedingungen. Anreize werden gesetzt und von den Menschen angenommen. Erfolge und Misserfolge fallen nicht vom Himmel. Sie werden vorbereitet. Natürlich können Zufälle, wie eine Oderflut oder Fukushima, die Situation kurzfristig ändern! Langfristig greifen Rahmenbedingungen, Naturgesetze und die Psyche (Triebe) der Menschen.

Liebe Politiker, was Ihr auch immer tut, handelt klug und bedenkt die Folgen!

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